Hausarbeit zwischen Wertschöpfung und -schätzung

In volkswirtschaftlichen Rechengrößen, wie dem Bruttoinlandsprodukt, wird unbezahlter Arbeit kein Wert beigemessen. Dabei ist unbezahlte Arbeit aus der Wohlstandsperspektive heraus keinesfalls wertlos. Hausarbeit zwischen Wertschöpfung und -schätzung weiterlesen

Teilzeitfalle ist kein Naturgesetz: Andere Länder machen es besser als Österreich

Teilzeit-Jobs sind in Österreich weiblich, schlecht bezahlt, unsicher und erlauben sehr flexiblen Zugriff der Unternehmen auf die MitarbeiterInnen, wie wir in Teil 2 unserer Serie gezeigt haben. Wenn der Schwerpunkt der Teilzeitbeschäftigung in jener Lebensphase liegt, in der Menschen üblicherweise den größten Teil ihrer Pensionsansprüche und ihres Einkommens erwerben, so deutet das auf problematische Effekte hin. Ein Vergleich mit andere Ländern, insbesondere der Schweiz, den Niederlanden und Dänemark, zeigt jedoch, dass dem nicht so sein muss. Es gibt Möglichkeiten, die Situation von Teilzeitbeschäftigten hinsichtlich des Gender-Pay-Gaps (siehe dazu hier) deutlich zu verbessern. Teilzeitfalle ist kein Naturgesetz: Andere Länder machen es besser als Österreich weiterlesen

4. März 1933: Streik – Geschäftsordnungskonflikt – Regierungsputsch

Eine kurze Darstellung der Ereignisse und ihrer Folgen

Vor 85 Jahren, am 4. März 1933 wurde – zumindest rechtstechnisch betrachtet – jene Spirale in Gang gesetzt, die Jahre später zum kampf- und weitgehend widerstandslosen Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland führte. Zum 85. Mal jährt sich heuer der Tag jener Parlamentssitzung, die von der Regierung zur Ausschaltung des Parlaments und zur Abschaffung der Demokratie genutzt wurde.

Bis heute kann über diesen Tag nicht wirklich offen diskutiert werden. Und die Tatsache, dass derzeit die Nachfolgeorganisation jener Partei den Bundeskanzler stellt, die die Ausschaltung des Parlaments und die Abschaffung der Demokratie zu verantworten hatte, macht eine offene Auseinandersetzung ebenso wenig leichter wie die aktuellen Debatten um die Bestellung neuer Mitglieder des Verfassungsgerichtshofes. Denn auch dessen Mitglieder spielten 1933 eine katastrophale Rolle bei der Ausschaltung der Demokratie.

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Billig, flexibel und beengend: Die Teilzeitfalle schnappt zu

Zum ersten Mal seit über 20 Jahren ist die Teilzeitquote im dritten Quartal 2017 nicht angestiegen. Trotzdem: Österreich hat mit 28,6% den zweithöchsten Anteil an Teilzeitjobs in der EU. Noch in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts als große Chance für Frauen gepriesen, zeigen sich nun, bei einem Anteil von fast 50% teilzeitbeschäftigten Frauen, immer deutlicher die Schattenseiten: Die Stundenlöhne sind niedriger, als in Vollzeitjobs, die Beschäftigten werden in der Betriebspraxis, aber auch per Gesetz diskriminiert… und sie schauen bis ins Alter bei der sozialen Absicherung mit niedrigen Pensionen durch die Finger.

Die Teilzeitfalle ist aber weder zwangsläufig noch „gottgewollt“ oder „vom Himmel gefallen“ und schon gar nicht von Frauen gewollt. Sie ist Folge politischer (Fehl-)Entscheidungen.

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Mother-Tasking und wochenendliche Spaßväter

Vereinbaren müssen nur die Mütter. Sie balancieren zwischen Kinderbetreuung und Arbeit/Karriere, sie müssen „alles unter einen Hut kriegen“ und damit ist auch die „Quality Time“ gemeint. Gesellschaftspolitisch ist Teilzeit die Vereinbarkeitsantwort von Frauen auf eine Kultur, die Verantwortung für Kinder Großteils Frauen zuschreibt. Für Väter bleibt der Spaß mit den Kindern am Wochenende und weniger Hausarbeit. Mother-Tasking und wochenendliche Spaßväter weiterlesen

Gender Pay Gap: Alles andere als Zahlenspielerei

Über die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern (dem „Gender Pay Gap“), geistern die unterschiedlichsten Zahlen durch die Diskussion. Oft heißt es inzwischen, sie seien „erfunden“, „übertrieben“ oder „nicht wissenschaftlich“. Rund um den 8. März, dem Internationalen Frauentag, wollen wir uns dem Phänomen Gender Pay Gap (das übrigens weltweit beobachtet werden kann) aus unterschiedlichen Perspektiven widmen. Den Anfang macht ein Überblick über die aktuellen Zahlen und die ihnen zugrundeliegenden Berechnungsmethoden:

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Besachwaltern Rechtsanwälte und Notare die Regierung?

Alte und behinderte Menschen müssen warten: Das Inkrafttreten eines wichtigen und fortschrittlichen Gesetzes soll auf die lange Bank geschoben werden.

Am Morgen des 19. Februar 2018 wurden VertreterInnen von Behinderteninitiativen informiert, dass ein erst vor wenigen Monaten beschlossenes Erwachsenenschutzgesetz nicht wie vorgesehen am 1. Juli 2018, sondern – ohne nachvollziehbare Begründung – erst zwei Jahre später in Kraft treten solle. Das Gesetz sei, so heißt es aus dem Finanzministerium, „Gegenstand der Budgetverhandlungen“.

„Will die Regierung das Erwachsenenschutzgesetz killen?“, fragt sich die Initiative Selbstbestimmt leben in Österreich (SLIO) am 19. Februar in einer Aussendung. „Damit blieben rund 60.000 Personen im alten System der Sachwalterschaft gefangen“. „Wenn das Erwachsenenschutzgesetz nicht wie geplant eingeführt wird, bedeutet das einen herben Rückschlag für die Rechte von Menschen mit Behinderungen“, konstatiert der Klagsverband. „Die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen würde mit dieser Vorgangsweise mit Füßen getreten“. Der Aufschrei von Behinderteninitiativen ist laut und groß. Lebenshilfe, Volkshilfe, Behindertenrat und Caritas schließen sich an: „Sowohl im Justizbereich, als auch bei Organisationen, die die betroffenen Menschen beraten und begleiten, sind Vorbereitung auf das neue Gesetz bereits im Gange“, meint etwa Caritas-Präsident Landau. „Tritt das Gesetz nun nicht wie geplant am 1. Juli 2018 in Kraft, wäre das nicht nur ein Rückschritt in der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention, sondern hätte auch verheerende Signalwirkung in Sachen BürgerInnenbeteiligung und zivilgesellschaftlichen Engagements.“ Und so richtig auf den Punkt bringt es der erst vor wenigen Monaten ins Amt gekommene Behindertenanwalt Hans-Jörg Hofer: „Es ist erschütternd, welchen Stellenwert die Bundesregierung den Rechten von Menschen mit Behinderung einräumt. Nach der Festlegung zum Ausbau der Sonderschulen und der Beibehaltung des bloßen Taschengeldes in Werkstätten wäre dies ein weiterer massiver Rückschlag in der Behindertenpolitik“.

Aber worum geht es eigentlich genau beim Erwachsenenschutzgesetz? Ein Überblick…

inkl. Update vom 22. Februar 2018

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Zeit über das Halb-Ganz für Frauen und Ganz-Mini für Männer nachzudenken

Erwerbstätige Frauen und Männer verbringen gleich viel Zeit mit Arbeit. Doch die Anteile an bezahlter und unbezahlter Arbeit unterscheiden sich selbst dann deutlich, wenn beide erwerbstätig sind. Während Männer im Schnitt 9 Stunden pro Woche länger in der Arbeit sind, arbeiten Frauen 11 Stunden pro Woche mehr im Haushalt und in der Betreuung. Zeit über das Halb-Ganz für Frauen und Ganz-Mini für Männer nachzudenken weiterlesen

Erwerbsarbeit kostet Schlaf

Schlaf hat neben der biomedizinischen auch eine soziokulturelle Dimension. Das zeigt sich zum Beispiel durch den Wechsel von Arbeitswoche und Wochenende. Aber gerade Menschen, die in der Nacht oder am Wochenende arbeiten, schlafen zu wenig. Und erwerbstätige Frauen schlafen weniger als erwerbstätige Männer. Erwerbsarbeit kostet Schlaf weiterlesen

Aktuelle Stunde im Schnelldurchlauf: „Der Wähler hat entschieden, wir setzen es um“

Die „Aktuelle Stunde“ zum Thema Arbeitsmarkt im Parlament am Mittwoch zeigt Probleme in der Rollenfindung für ÖVP, FPÖ und auch die SPÖ. Die NEOS sind noch ganz die alten neoliberalen Besserwisser, die Liste Pilz fordert Vermögenssteuern ein. Ein reflektive-Versuch der Nacherzählung und Debattenanalyse. Aktuelle Stunde im Schnelldurchlauf: „Der Wähler hat entschieden, wir setzen es um“ weiterlesen